Was ist der Effektivzins?

Der Effektivzins (auch häufig als effektiver Jahreszins oder effektiver Jahreszinssatz genannt) bezeichnet die jährlichen, auf die Kredithöhe bezogenen, Kosten. Angegeben wird der Effektivzins in Prozent. Zinssätze und Konditionen können sich während der vereinbarten Laufzeit ändern. Dies wird auch der „Effektive Jahreszins“ genannt. Nach der Preisangabenverodnung (PAngV, §§ 6, und 6a) sind kreditgebende Institute jedoch verpflichtet, den Effektivzins inklusive der enthaltenen Kostenbestandteile und der genauen Berechnungsmethode anzugeben und aufzuschlüsseln. Ziel dieser Offenlegung ist es, dem Verbraucher die Möglichkeit zum Vergleich verschiedener Kreditangebote zu geben.

Bestimmt wird der Zins durch den Nominalzinssatz sowie dem Disagio oder Auszahlungskurs, dem Agio bzw. Ausgabeaufschlag, den Bearbeitungsgebühren und der Kreditvermittlungskosten, eventueller Prämien für Restschuldversicherungen und Tilgung sowie durch die Dauer der Zinsfestschreibung. Eine Besonderheit bilden jedoch Bausparverträge, bei diesen werden zusätzlich die Kosten für die Abschlussgebühr sowie die Darlehensgebühr in die Berechnung mit einbezogen.

Für die Transparenz und Vergleichbarkeit von Kreditangeboten sollte die „europäische Verbraucherkreditrichtline“ sorgen. Jedoch wurde dabei nicht bedacht, dass Baufinanzierungen nicht bis zu ihrer vollständigen Tilgung laufen, sondern die Zinsbindungen individuell und mit unterschiedlicher Laufzeit vereinbart wird. Der Effektivzins ist hingegen dafür gedacht, über den gesamten Zeitraum des Kredits berechnet zu werden. Kreditinstitute haben daher für diesen speziellen Fall zwei unterschiedliche Zinssätze die zur Anwendung kommen können: einen vereinbarten Sollzinssatz sowie einen Zinssatz extra für variable Darlehen. Durch diese Zinssätze wird es dem Verbraucher (Darlehensnehmer) jedoch so gut wie unmöglich, die Angebote zu vergleichen. Empfehlenswert ist daher die Selbstberechnung des Effektivzinses.

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