Unser Ziel ist es den Nominalzins einfach und verständlich zu erklären. Für ein besseres Verständnis finden sie bei uns leicht verständliche Erklärungen und Beispiele zum Nominalzins.

Der Nominalzins

Wenn Geld ebenfalls Geld kostet, spricht man in aller Regel von Zinsen. In Verbindung mit Krediten sind die Zinsen der Preis, der für einen geliehenen Betrag veranschlagt wird. Bankkunden können zunächst einer einfachen Regel folgen: Je höher der Zinssatz, desto teurer auch der Kredit. Nun ist es aber nicht ganz so einfach, denn in Bezug auf Kredite gibt es mehrere Zinssätze, die von Relevanz sind, nämlich Nominalzins und Effektivzins.Wie diese beiden Zinssätze miteinander in Verbindung stehen und was sie aussagen, soll im Folgenden detailliert verdeutlicht werden.

Das Verhältnis zu Referenzzinssätzen

Die Höhe des Nominalzins wird natürlich nicht einfach aus der Luft gegriffen. Zunächst einmal ist es entscheidend, zu welchem Preis sich die Bank ihr eigenes Geld geliehen hat. Darüber hinaus ist es alles andere als unerheblich, zu welchem Zinssatz konkurrierende Kreditinstitute ähnliche Produkte zur Finanzierung anbieten. Wichtig ist also zuerst der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser bestimmt das allgemeine Zinsniveau der Banken innerhalb der EU. Daneben sind auch Referenzzinssätze wie EURIBOR und LIBOR von großer Bedeutung. Der EURIBOR (Euro InterBank Offered Rate) gilt als Verhandlungsbasis für kurzfristige Kredite und Termingelder. Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) ist ein Preisbestimmender Faktor im Interbankengeschäft. Er ist also maßgeblich für die Konditionen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Leitzins hingegen bezieht sich auf das Verhältnis von Geschäftsbanken zur Europäischen Zentralbank.

Bedeutung bei Kreditgeschäften

Neben Geld- und Kapitalmarkt gibt es aber auch Faktoren, die erst bei der Beantragung eines Kredites zum Tragen kommen und in weiten Teilen vom Kunden abhängig sind. So spielen die Sicherheiten bei den meisten Kreditverträgen eine wichtige Rolle. Die Bank möchte wissen, welches Risiko sie mit einem Kreditgeschäft eingeht. Kann der Kreditnehmer auf eine sehr gute Bonität bzw. ein hohes Einkommen oder Vermögen (beispielsweise in Form von Immobilien) verweisen, wirkt sich dies in vielen Fällen auch auf den nominalen Zinssatz aus. Auch der Faktor Zeit wird beim Nominalzins gebührend berücksichtigt. Je länger die Bank dem Kunden Geld leiht, desto höher fällt auch der hierfür erhobene Zinssatz aus. Schließlich könnte die Bankdas Geld auch woanders investieren und so einen ähnlichen Zinssatz erwirtschaften. An dieser Stelle erfüllt der Zinssatz die Funktion, Opportunitätskosten auszugleichen. Zuletzt soll auch noch der Zweck des Kredites erwähnt werden. Auto- und Immobilienkredite sind meist günstiger als Konsumkredite. Das liegt daran, dass das finanzierte Objekt selbst als Sicherheit (Eigentumsvorbehalt oder Grundschuld bzw. Hypothek) verwendet wird und das Risiko für die Bank somit deutlich sinkt.

Variabler und fester Nominalzins

Ein wichtiger Punkt vor Abschluss eines Kreditgeschäfts besteht darin, festzulegen, ob sich der nominale Zinssatz während der Laufzeit ändern kann oder nicht. Variable Zinssätze werden laufend an die sich ändernden Gegebenheiten am Kapitalmarkt angepasst. Sie können also steigen und sinken und dementsprechend den Kredit teurer oder günstiger werden lassen. Feste Zinssätze hingegen bleiben über die gesamte Laufzeit hinweg konstant. Vor allem bei kurzfristigen Krediten wie zum Beispiel dem Dispositionskredit oder auch beim Rahmenkredit kommen variable Zinssätze zum Einsatz. Mittel- bis langfristige Kredite – und das betrifft vor allem Ratenkredite – werden mit einem festen Zinssatz ausgestattet. Dies erlaubt dem Kreditnehmer eine wesentlich solidere und damit auch sicherere Budgetplanung, da durch den gleich bleibenden Zinssatz auch die Raten immer in gleicher Höhe anfallen.



Vergleichsmerkmal Nr. 1: Der effektive Zinssatz

Der effektive Zinssatz (auch effektiver Jahreszins genannt) basiert auf dem Nominalzins. In ihn fließen jedoch weitere  kostenrelevante Faktoren mit ein. Im Klartext bedeutet das: Alle mit dem Kredit verbundenen Kosten, die zusätzlich zum Nominalzins entstehen, finden ebenfalls Eingang in die Berechnung des Effektivzinses. Ein Beispiel bilden Laufzeit und Ratenhöhe, denn je länger diese andauert bzw. je niedriger die Raten angesetzt werden, desto mehr wird ein Kredit auch kosten. Auch können Bereitstellungs- oder Bearbeitungsgebühren anfallen, die ebenfalls in den Effektivzinssatz mit eingerechnet werden. Sollte der Kredit mit einer Teilauszahlung (also mit Disagio, Abgeld) vereinbart worden sein, wird auch dieser versteckte Zinssatz in den effektiven Jahreszins mit einkalkuliert. So kann in den meisten Fällen davon ausgegangen werden, dass der effektive Zinssatz alle Kosten enthält und sich somit als sehr gutes Vergleichsmerkmal anbietet. Das wird noch von der Tatsache gestützt, dass Banken und Kreditinstitute in Deutschland gemäß Preisangabenverordnung dazu verpflichtet sind, bei ihren Angeboten sowohl Effektiv- als auch Nominalzins anzugeben. Als Vergleichsmerkmal wird der effektive Jahreszins auch sehr gerne in automatischen Vergleichen im Internet verwendet. Es gibt aber auch Kosten, die zwar mit dem Kredit zusammenhängen, aber nicht berücksichtigt werden. Als Beispiel soll hier die Restschuldversicherung (auch Raten- oder Kreditversicherung genannt) erwähnt werden, denn diese stellt in den meisten Fällen nur eine Option dar. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Ist sie untrennbarer Bestandteil des Angebotes, muss auch die Restschuldversicherung in den effektiven Zinssatz mit einfließen. Wurden alle Zinsen addiert, so entsteht der Bruttokreditbetrag. Das ist der Betrag, der an die Bank zurückgezahlt werden muss. Der tatsächliche Auszahlungsbetrag wird demgemäß als Nettokreditbetrag bezeichnet. Wer den effektiven Zinssatz selber ausrechnen möchte, kann dies mittels folgender Formel tun: ((Z + (Kn – K0))/n/K0)*100. Das sieht für den Laien natürlich zunächst etwas kryptisch aus, weswegen nachfolgend ein detailliertes Beispiel folgen soll.

Rechenbeispiel: Vom nominalen zum effektiven Zinssatz

Um den effektiven Zinssatz auf Basis vom Nominalzins berechnen zu können, sind mehrere Größen erforderlich. Nachfolgend noch einmal die Formel und darunter eine kurze Beschreibung der einzelnen Variablen: ((Z + (Kn – K0))/n/K0)*100 Z = Nominalzinsbetrag in Euro Kn = Rückzahlungsbetrag (Bruttokreditbetrag) K0 = Auszahlungsbetrag (Nettokreditbetrag) n = Laufzeit in Jahren Darüber hinaus wird noch der Nominalzins als solcher benötigt, hier abgekürzt mit i. („i“ steht für „interest“, der englischen Bezeichnung für Zinssatz.) Dessen Höhe beträgt 4 %. In diesem Beispiel wird ein Ratenkredit über 50.000 Euro zu einem festen Zinssatz beantragt. Zusätzlich fällt noch eine Bereitstellungs- oder Bearbeitungsgebühr an, die mit zwei Prozent vom Nettokreditbetrag in die Rechnung eingeht. Die Laufzeit beträgt ein Jahr. Die oben genannte Formel wird nun Schritt für Schritt „abgearbeitet“, damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt. Zuerst wird mittels Nominalzins der Nominalzinsbetrag (Z) berechnet, indem der Prozentsatz von 4 % zur Vereinfachung als Dezimalzahl dargestellt wird: 50.000 EUR * 0,04 = 2.000 EUR Bei einem Nominalzins von vier Prozent ist also von 2.000 Euro an Zinsen auszugehen. Als nächstes kommt die Bearbeitungsgebühr, die nach dem gleichen Verfahren berechnet wird: 50.000 EUR * 0,02 = 1.000 EUR Damit erhöht sich der Rückzahlungsbetrag um insgesamt 3.000 Euro auf 53.000 Euro. In der Formel kann Kn also durch diesen Betrag ersetzt werden. K0 muss nicht berechnet werden, denn das ist mit 50.000 Euro der bereits bekannte Nettokreditbetrag. Nun wird vom Bruttokreditbetrag (Kn) der Nettokreditbetrag (K0) abgezogen, wobei logischerweise die Differenz von 3.000 Euro übrig bleibt. Zu diesen werden nun die Zinsen (Z) addiert, also: 3.000 EUR + 2.000 EUR = 5.000 EUR Nun lässt sich der effektive Jahreszins berechnen, indem diese 5.000 Euro durch den Auszahlungsbetrag (Nettokreditbetrag, K0) geteilt werden. Ein Teilen durch die Laufzeit ist nicht nötig, da sie genau ein Jahr beträgt und das Ergebnis somit dasselbe wäre. 5.000 / 50.000 = 0,1 Die Dezimalzahl lässt sich durch eine Multiplikation mit 100 wieder in eine Prozentzahl umwandeln: 0,1 * 100 = 10 % Dies ist nur ein stark vereinfachtes Beispiel, mit dem das Prinzip hinter dem effektiven Zinssatz verdeutlicht werden soll. So wurde noch kein zeitlicher Verlauf mit einbezogen. Wäre dies der Fall, so müssten die Zinsen addiert und dann auf einen einheitlichen Zeitpunkt abgezinst werden. Abzinsen (auch als diskontieren bezeichnet) bedeutet, den heutigen Wert einer zukünftigen Zahlung zu berechnen. Der heutige Wert ist niedriger, da der Betrag bis zu jenem Zeitpunkt in der Zukunft nicht zur Verfügung steht und folglich auch keine Rendite erwirtschaften kann.



Nominalzinsen als Finanzierungskosten

Auch in steuerlicher Hinsicht spielt der Nominalzins eine Rolle. Er wird als Teil der Finanzierungskosten gesehen. Finanzierungskosten sind wiederum alle Kosten, die im Rahmen einer Kreditbeschaffung anfallen,
womit sie wiederum mit dem effektiven Zinssatz in Verbindung gebracht werden können. Eine andere Bezeichnung hierfür ist Fremdkapitalkosten. Als Teil der Finanzierungskosten ist der Nominalzins als Betriebsausgabe bzw. Werbungskosten nach §9 Abs. 1 EStG sofort abzugsfähig. Dadurch lässt sich der zu versteuernde Gewinn im Jahr der Entstehung reduzieren, sofern ein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften gegeben ist.

Wir von Nominalzins.net möchten noch einen Tipp los werden: Auf der Suche nach einem Tagesgeldkonto? Dann empfiehlt es sich mal auf Tagesgeldheute.com vorbeizuschauern. Dort gibt es einen Vergleich über die verschiedenen Zins-Angebote, Tipps und so weiter.